Gemeinschaftspraxis von Dr. med. Martin Glaubitz und Dr. med. Katrin Kron

Varizenchirurgie

  • Entstauungs- und Kompressionsbehandlung

    Für die Behandlung von Patienten mit Venenerkrankungen steht uns als konser-
    vative Therapiemaßnahme die Entstauungs- und Kompressionsbehandlung zur Verfügung. Sie stellt gewissermaßen die Grundsäule in der Therapie bei der venösen Insuffizienz dar. Durch die Kompression; entweder durch Kompressions-
    verbände oder Kompressionsstrümpfe, wird auf makrozirkulatorischer Ebene der Venendurchmesser verkleinert, wodurch sich die venöse Fließgeschwindigkeit und damit der venöse Rückstrom verbessern und der Bildung oder dem Wachstum venöser Thrombosen entgegen gewirkt wird.

    Auf mikrozirkulatorischer Ebene kommt es durch die Kompression zu einem erhöhten Gewebedruck und zu einer größeren Rückresorption von Gewebe-
    flüssigkeit; diese wirkt der Entstehung von Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe (Ödeme) entgegen bzw. hilft, ein bereits manifestes Ödem zu reduzieren. Eine Sonderform der Entstauungstherapie stellt die apparative intermittierende Kompressionstherapie dar, bei der mithilfe von pneumatischen Manschetten das betroffene Bein abwechselnd komprimiert und entlastet wird. Hierdurch wird in besonderem Maße der venöse Abstrom durch stimuliert.

  • Sklerosierung

    Bei der Sklerosierungsbehandlung der Krampfadern werden letztere durch das gezielte Injizieren einer Substanz (Polidocanol) ausgeschaltet, die eine Gefäßschädigung und später einen Verschluss des behandelten Gefäßes verursacht. Bei der Sklerosierung werden, je nach Größe der zu behandelnden Vene, unterschiedlich hohe Mengen und Konzentrationen des Polidocanol eingesetzt; bei großkalibrigen Venen wird das Sklerosierungsmittel bevorzugt im aufgeschäumten Zustand (sog. Schaumsklerosierung) appliziert.

    Die Behandlung wird sowohl bei Seitenastvarikosen, als auch bei Rezidiv- und retikulären Varikosen eingesetzt. Ebenso werden Besenreiser mittels Sklerosierung verödet; letzteres stellt jedoch aufgrund der kosmetischen Indikation eine Individuelle Gesundheitsleistung dar und wird von den gesetzlichen Kassen in der Regel nicht übernommen.

  • Phlebektomie/Stripping-Operation

    Die operativen Verfahren werden stadiengerecht, das heißt dem Ausmaß der Erkrankung entsprechend, eingesetzt. Im Falle einer Stammveneninsuffizienz der großen oder kleinen Rosenvene (Vena saphena magna bzw. Vena saphena parva) liegt zumeist eine Klappenschwäche der Mündungsklappen zum tiefen Venensystem hin vor und/oder eine Klappenschwäche vorgeschalteter Klappen im Verlauf der Stammvenen. Hierdurch wird das Blut fußwärts, anstelle der physiologisch herzwärts gerichteten venösen Strömungsrichtung, geleitet; es verlässt die Stammvenen über fußwärts gelegene Verbindungen ins tiefe Venensystem und wird dann von diesem mit in Richtung Herz befördert. Es liegt somit eine Rezirkulation von venösem Blut im betroffenen Bein vor; letztlich unterliegt das tiefe Venensystem dadurch einer unphysiologischen, zu hohen Volumenbelastung. Die Folge ist die Entwicklung der sekundären Leitveneninsuffizienz; d.h. der entstandenen Unfähigkeit auch des tiefen Venensystems, das venöse Blut effektiv nach oben zu befördern.

    Für das Verständnis der Erkrankung und der operativen Therapie ist es dabei hilfreich, sich das Venensystem wie einen Baum, der auf dem Kopf steht, vorzustellen; der Mündungsbereich der Stammvene zum tiefen Venensystem ist gleichsam der höchste Punkt; die Behandlung setzt am obersten Teil des defekten Stamms an und beinhaltet die Entfernung des erkrankten Stammes.

    Bei der Operation wird in einer kurzen Vollnarkose oder einer Rückenmarks-nahen Anästhesie von einem wenige Zentimeter langen Schnitt in der Leistenbeuge bzw. in der Kniekehle die Stammvene auf der Höhe ihres Eintrittes in das tiefe Venensystem unterbunden und durchtrennt; anschließend wird der erkrankte Teil der Stammvene mittels einer speziellen Sonde aufgefädelt und herausgezogen (sog. Stripping-Operation). Da die Vena saphena magna ein potentiell wertvolles Transplantat für mögliche spätere Herz- bzw. Gefäßeingriffe darstellt, sollte auch nur der tatsächlich betroffene Gefäßabschnitt entfernt werden. Zusätzlich werden ebenfalls in den pathologischen Rezirkulationskreis involvierte Seitenäste und Perforanzvenen entfernt bzw. in ihrer Kontinuität unterbunden.

    Im Anschluss an die Operation wird für 4-6 Wochen tagsüber eine Kompressions-
    strumpf getragen; die Wundfäden werden nach 10-14 Tagen entfernt.

    Die Stripping-Operationen bieten wir ambulant durch den Operateur
    Herrn PD Dr. med. Lars Müller an; die Operationen erfolgen in der
    Klinik Dr. Lehmann, Marienstr. 49-51 in 24534 Neumünster.

  • Endoluminale Radiofrequenz-Ablation

    Die endoluminale Ablation der erkrankten Stammvenensegmente mittels Hoch-
    frequenz-Energie stellt ein schonendes und effektives Verfahren dar, bei dem die betroffene Vene mittels Übertragung von thermischer Energie von innen verschlossen wird, worauf es im weiteren Verlauf vernarbt. Die herkömmlichen Operationsschritte wie die Crossektomie und das Stripping entfallen, und es ist kein operativer Zugang in der Leistenregion bzw. in der Kniekehle erforderlich. Stattdessen wird die betroffene Vene unter Ultraschallkontrolle am Oberschenkel oder Unterschenkel zunächst punktiert; anschließend wird, ähnlich wie beim Legen einer venösen Verweilkanüle, eine Schleuse aus Kunststoff platziert, und über diesen Zugang der Hochfrequenz-Katheter eingebracht. Unter Ultraschallkontrolle wird die Katheterspitze bis zur Einmündungsstelle der Stammvene zum tiefen Venensystem vorgeschoben. Die Umgebung der Stammvene wird dann mit einer speziellen Lokalanästhesie, der Tumeszenz-Anästhesie, infiltriert, und anschlies-
    send erfolgt die kontrollierte, vordefinierte Anwendung der Wärmeenergie, wobei die Vene in 6cm-Abschnittten schrittweise verschlossen wird. Größere anhängende Seitenästen werden in der gleichen Sitzung mittels Mini-Phlebektomie entfernt.

    Die endoluminale Behandlung beinhaltet gegenüber der herkömmlichen Operation einen deutlich geringeren operativen Aufwand mit einem erheblich kleineren Blutungs- und Wundinfektrisiko. Auch die postoperativen Schmerzen, und die Zeit der Arbeitsunfähigkeit sind gegenüber der Crossektomie und Stripping-Operation verkürzt. In der Regel ist der Patient in der Lage, unmittelbar nach dem Eingriff seine normalen Tätigkeiten wieder aufzunehmen. Die Operationen werden in Analgosedierung bzw. örtlicher Betäubung ambulant in unseren Praxisräumen durchgeführt.

    Covidien Generator

    In unserer Praxis verwenden wir die Venefit™ Closure fast Technologie von Covidien.

    Kosten der Radiofrequenz-Ablation

    Die endoluminale Therapie wird momentan von vielen Krankenkassen nicht als Kassenleistung erstattet. In diesem Fall ist es jedoch möglich, einen Einzelfallantrag auf Kostenübernahme dieser Behandlung zu stellen; wir beraten Sie hierzu gerne. Auch ermöglichen einige Krankenkassen über die Integrierte Versorgung eine Kostenübernahme im Rahmen spezieller Verträge; inwieweit Ihre Krankenkasse an einem solchen Modell teilnimmt, klären wir gerne mit Ihnen ab.